Allgemeine Zeitung Alzey
Jo Jonathan Band spielt Blues-Songs von sieben Alben
15.11.2011 - ALZEY
Von Carsten Selak
Am Wochenende verwandelte die Jo Jonathan Band das Café Mayer’s in einen Blues-Tempel. Drei Stunden lang präsentierten sie dem zahlreich erschienen Publikum Songs aus ihren sieben Alben, erschienen im Zeitraum von 1990 bis 2010.
Auf die Minute pünktlich startet die fünfköpfige Formation das Konzert, und schon beim ersten Song gelingt es dem Ensemble, aus der kleinen Ecke heraus das gesamte Mayer’s in ihren Bann zu ziehen. Jo Jonathan, Frontmann und Namensgeber der Band, der bürgerlich eigentlich Alois Walter heißt und 15 Jahre lang in Orlando/Florida gelebt hat, kam für ein Musikstudium in Karsruhe zurück nach Deutschland, wo er bald darauf seine aktuelle Band gründete. Vor kurzem holte er die aus Nigeria stammende und in Berlin lebende Sängerin Efe Malchow als Special Guest mit ins Boot.
Musik wie in verrauchter Kneipe in New Orleans
Jo Jonathan heizt dann auch gleich dem Publikum richtig ein; seine Gitarre, eine hellrote Fender Stratocaster, beherrscht er hervorragend. Im bluestypischen „Call and response“ (Ruf und Antwort)-Stil geht es weiter beim Song „Rockin’ the Night Away“, bei dem das Publikum auf „we keep on rockin“ stetig mit „the night away“ antwortet. Bei diesem Song beweist Sängerin Efe Malchow auch gleich ihre Stimmgewalt - es ist schon verwunderlich, welche Energie aus der Frau mit Modelmaßen strömt. Gepaart mit den gefühlvollen Gitarrensoli von Jo Jonathan ergibt sich ein musikalisches Gesamtbild, das eigentlich in eine verrauchte Kneipe in New Orleans passen könnte. Dafür ist das Mayer’s zwar zu „clean“, aber über eine gedämpfte Lichtstimmung hat man es geschafft, die richtige Atmosphäre für diese Musik zu kreieren. Jo Jonathan bittet Mira aus dem Publikum vor die Bühne, denn Mira wird heute 19 Jahre alt und bekommt prompt das Geburtstagsständchen „Happy Birthday“, natürlich im Blues-Stil, gespielt.
Neben eigenen Songs präsentiert die Gruppe auch Coversongs, allerdings werden diese ordentlich „aufgebluest“ und so erkennt man zwar den 80’s- Klassiker „Beast of Burden“ von Bette Midler, doch wirkt dieser in der Jo-Jonathan-Version trotz oder eben wegen des Blues-Einflusses wesentlich erwachsener. Den Evergreen „I Shot The Sheriff“ spielt die Band in einer Reggae-Blues Mischung mit wechselnden Tempi irgendwo zwischen Bob Marley und Eric Clapton. In ihren eigenen Songs verarbeiten die Musiker auch aktuelle Probleme des Zeitgeschehens und so prangert der Song „Where did all my money Go“ die Banken und deren Geldgeschäfte an.
Der letzte Song des Abends wird angestimmt, die Eigenkomposition „Rainy Days“, ein leicht melancholischer Blues, an dessen Ende Jo Jonathan das Alzeyer Publikum nach deren Votum befragt: „I hope you did enjoy the show?“ und direkt die Antwort in Form eines frenetischen Beifalls erhält.

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